Bad Kissingen ist Große Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken und liegt an der Fränkischen Saale südlich der Rhön. Der weltberühmte Kurort ist bayerisches Staatsbad.
Für die Zeit zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert ist in Bezug auf Kissingen wenig Quellenmaterial überliefert. Fest steht jedoch, dass das Kloster Fulda durch eine von König Otto I. veranlasste Schenkung von Kirchengütern an den Vasallen Rudolf, einen Vorfahren der Markgrafen von Schweinfurt, zugunsten der Markgrafen an Macht verlor; später sollte diese auf das Geschlecht Henneberg übergehen. Im Jahre 1057 ehelichte Judith, eine Tochter von Markgraf Otto, des letzten Markgrafen von Schweinfurt, den Grafen Boto von Kärnten. Über diese Heirat gingen diverse Besitzungen in und um Kissingen an Boto. Als er ohne Nachfahren starb, erbte seine Schwägerin Gisela (Judiths Schwester) seinen Besitz. Nach ihrem Tod ging dieser an das Geschlecht der Andechs-Meranier, dem auch die mit dem Henneberger Poppo VI. verheiratete Sophia von Istrien entstammte. Deren Sohn Otto von Botenlauben bewohnte später mit seiner Gattin Beatrix von Courtenay die für 1206 erstmals verbürgte Burg Botenlauben im heutigen Stadtteil Reiterswiesen; deren Name geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf Boto von Kärnten zurück. Nach einer Theorie von Reinhard von Bibra stammt der Name möglicherweise auch von einem Grundbesitzer namens Boto, der das unterhalb der Burg befindliche Hofgut Botenlauben (aus dem später der Weiler Unterbodenlauben wurde, der mit Reiterswiesen zusammenwuchs) besaß und dieses im Jahr 797 dem Kloster Fulda schenkte. Dieses Hofgut wäre damit bereits vor der Burg entstanden und hätte bei deren Errichtung für ihre Namensgebung Pate gestanden.
In archäologischer Hinsicht sind neben der Botenlaube noch weitere Anlagen bekannt: Bereits für das Jahr 822 lässt sich die bei dem heutigen Stadtteil Arnshausen gelegene Eiringsburg nachweisen. In diesem Jahr stellte Iring, der Besitzer der Burg, eine Schenkungsurkunde aus, in der die Eiringsburg mit weiteren Teilen von Irings Besitz als Schenkung an das Kloster Fulda ging. Aus der gleichen Zeit stammt das für das Jahr 823 erstmals bezeugte und an einem Standort nahe dem heutigen Stadtteil Kleinbrach gelegene Kleinkloster namens „Brachau“. Die heute als St. Dionysius-Klösterchen bekannte Anlage wurde von 1989 bis 1991 vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erforscht; diese Untersuchungen erlaubten eine Rekonstruktion des Grundrisses. Auf der heutigen „Ilgenwiese“ im Bad Kissinger „Klauswald“ zwischen Bad Kissingen und dem heutigen Stadtteil Poppenroth lag die für das Jahr 1122 erstmals verbürgte „Wüstung Bremersdorf“. Von der Wüstung, die spätestens bis zum Jahr 1497 zugrunde ging, sind neben dem Grundriss einer Kirche noch zahlreiche Spuren landwirtschaftlicher Nutzung vorhanden.
Trotz des Verkaufs der Botenlaube durch Otto von Botenlauben an den Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg blieb Kissingen in Besitz der Henneberger. In der Folgezeit wurde auch Kissingen von den Auseinandersetzungen zwischen dem Würzburger Klerus und den Hennebergern, in denen beide Seiten ihre Machtansprüche durch Ausbau und Befestigung ihrer Städte zu sichern suchten, in Mitleidenschaft gezogen. In diese Zeit fallen Kissingens erste urkundlichen Erwähnungen als „oppidum“ (Stadt) im Jahre 1279[6], als „castrum cum oppido“ („Lager mit einer Stadt“) im Jahre 1293 und schließlich als „stat“ im Jahre 1317. Das Stadtrecht bekam Kissingen schließlich im Jahre 1296 von Kaiser Ludwig IV. dem Bayer.
In den Jahren 1309 und 1319 machte der Konflikt zwischen den Hennebergern und der Kirche Wiederaufbauklauseln für Kissingen nötig; das 1319 entstandene Stadtbild sollte sich die nächsten Jahrhunderte über nicht mehr ändern. Im Jahr 1394 verkaufte Herzog Swantibor III. von Pommern, dessen Gattin Anna Kissingen im Jahr 1374 von ihren Eltern geerbt hatte, dieses an das Hochstift Würzburg.
Im Lauf des 15. und 16. Jahrhunderts entwickelte sich in Kissingen ein geregeltes Stadtleben in Verwaltung mit dem Amtskeller als Vertreter des Bischofs, in Handel mit der Entwicklung von Jahrmärkten und in der Justiz mit der Ausübung von Gerichtsrechten, wobei in schwierigen Fällen das Stadtgericht von Münnerstadt als Beispiel diente.